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Tanz im Mai

Homburg fand seinen Rhythmus auf dem historischen Marktplatz

10.05.2026

  • Der historische Marktplatz am 1. Mai 2026
  • Vorführung der Tanzmanufaktur Limbach auf der großen Tanzbühne
  • Der Maibaum

Am vergangenen ersten Mai hat unser Marktplatz bewiesen, dass er nicht nur das historische Herz von Homburg ist, sondern auch seine größte Tanzfläche. „Tanz im Mai“ feierte Premiere, und was soll man sagen?

Es war, als hätten die Homburger nur darauf gewartet, endlich wieder in der Altstadt tief einzuatmen. Eigentlich war der 1. Mai in der Innenstadt bisher eher ein stiller Feiertag. Man wanderte, man radelte, man suchte sich ein Plätzchen im Grünen. Aber das "Ohlio" und das städtische Kulturamt dachten sich: Warum eigentlich nicht das Leben direkt vor die Haustür holen? Giuseppe Nardi und Dr. Theis Naturwaren zusammen mit dem Homburger Kulturamt sowie der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt als Hauptsponsoren haben hier ein Format aus dem Boden gestampft, das so herrlich unkompliziert ist, dass man sich fragt, warum wir das nicht schon immer so in Homburg gemacht haben. Schon Tage vorher war die Aufregung spürbar, als der neue, zwölf Meter hohe Maibaum aufgestellt wurde. In Grün-Weiß, den stolzen Stadtfarben, wacht er nun über das Kopfsteinpflaster des historischen Marktplatzes. Man munkelt, Norbert Zimmer von der Homburger Kulturgesellschaft habe den Stamm persönlich im Wald ausgesucht – und falls dem so war, kann man sagen: Der Mann hat Auge bewiesen. Kerzengerade steht er da, geschmückt mit zwei mächtigen Kränzen, als wolle er sagen: "Leute, guckt nicht nur, tanzt!" Pünktlich um 10 Uhr morgens ging es am 1. Mai los. Die "Hellen Musikanten" aus dem Kuseler Musikantenland lieferten den passenden Soundtrack für den Frühschoppen. Das war zünftige Blasmusik vom Feinsten, ehrlich und handgemacht. Dann kam der Moment des Fassanstiches. Oberbürgermeister Michael Forster und Giuseppe Nardi traten an, ein kräftiger Schlag und das kühle Nass floss. Ein Prosit auf die neue Tradition – perfekt! Was an diesem Tag besonders herausragte, war die musikalische Vielfalt von Charleston bis zum Disco-Fieber. Mittags sorgte die Tanzgruppe Souvenir ab 13 Uhr mit volkstümlichen Tänzen für Stimmung, ab 14 Uhr entführte das "Kareol Tanzorchester" die Gäste in die wilden 1920er Jahre. Foxtrott, Charleston oder ein eleganter Walzer – die Tanzfläche wurde sehr gut angenommen. Und wer die Schritte nicht im Schlaf beherrschte, der improvisierte einfach mit einem Lächeln im Gesicht. Genau das macht ja das Tanzen aus: nicht perfekt sein müssen, aber mit vollem Herzen und Leidenschaft dabei sein. Später am Nachmittag setzte die Tanzmanufaktur Limbach moderne Akzente mit verschiedenen tollen Tanzvorführungen (auch jüngerer Generationen), bevor der Abend dann ganz im Zeichen der großen Emotionen stand. Andreas Nagel servierte zeitlose Klassiker von Elvis Presley und den Beatles bis hin zu Tom Jones und Stevie Wonder, und als dann die Dämmerung über die Altstadt zog, wurde es richtig glamourös. Mit "Super Trouper On Stage – A Tribute to The Music of ABBA" holten Myriam Keller und Sandra Müller den ABBA-Sound direkt auf den Marktplatz. Wer bei "Dancing Queen" nicht zumindest mit dem Fuß gewippt hat, der muss wohl aus Stein sein. Der Marktplatz wurde zur Open-Air-Disco und die Stimmung war einfach ansteckend. Da bei so einem Fest der Magen natürlich nicht zu kurz kommen darf, sorgte das Team vom "Ohlio" um Marco Dante mit einer Grillstation und einem Getränkestand für die Kulinarik. Die "Homburger" (eine Art Wurstbrätfladen im Brötchen) gingen zum Beispiel weg, wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln und sorgten für die nötige Stärkung zwischen den Tanzeinlagen. Am Getränkestand halfen Leute der Homburger Narrenzunft mit, wenn man sich die Akteure am Stand genauer betrachtete. Man hilft sich in Homburg, wo man nur kann – Synergie ist eben alles. Und da war es wieder, dieses typische saarländische Gefühl: Man trifft alte Bekannte, plaudert mit den Tischnachbarn und auch die Wanderer und Radfahrer, die eigentlich nur auf der Durchreise waren, blieben hängen, weil die Atmosphäre sie einfach nicht mehr losließ. Klasse! Fazit: Diese Veranstaltung schreit förmlich nach einer Wiederholung! Ein großes Dankeschön an alle Macher im Hintergrund, an die Sponsoren und die Künstler. "Tanz im Mai" war mehr als nur eine Veranstaltung. Man hat an diesem Tag gemerkt, wie sehr solche Events von den Menschen dieser Stadt geliebt und geschätzt werden. Und wissen Sie, was das Beste ist? Das war erst der Anfang! Der Musiksommer steht in den Startlöchern und wirft seine Schatten voraus. Und für alle, die jetzt erst richtig warmgeworden sind: Zückt die Kalender! Vom 29. bis 31. Mai feiert Homburg das 50. Jubiläum unseres Homburger Maifestes.

Wenn "Tanz im Mai" der Vorgeschmack war, dann können wir uns auf ein echtes Jubiläums-Spektakel freuen. Weitere Informationen zum Programm auf dem Homburger Marktplatz findet man unter: www.musiksommer-homburg.de Text: Chris Ehrlich



Bilder: Chris Ehrlich
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