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Klangvolle Sternstunden unter freiem Himmel

Das 16. Homburger Klassik-Open-Air und das 60-jährige Bestehen des Homburger Sinfonieorchesters

09.09.2026

  • Homburg, Christian-Weber-Platz beim 16. Klassik Open Air
  • Gäste und Bühne beim 16. Homburger Klassik Open Air
  • Die SR Kultur-Bühne war prächtig beleuchtet

Am 15. August 2026 verwandelte sich der voll besetzte und ausverkaufte Christian-Weber-Platz in Homburg in einen stimmungsvollen Konzertsaal unter freiem Himmel.

Anlässlich des 16. Homburger Klassik-Open-Airs feierte das traditionsreiche Homburger Sinfonieorchester (HSO) zugleich sein 60-jähriges Bestehen im Rahmen einer glanzvollen Jubiläumsgala. Unter der musikalischen Leitung von Dirigent Volker Christ bot das Ensemble vor rund 900 Besucherinnen und Besuchern einen Abend der musikalischen Höchstleistungen, der klassische Orchesterliteratur mit feinsinnigen Solowerken verband. Als prominent besetzte Solisten glänzten an diesem Sommerabend die Sopranistin Bettina Bauer und der Tenor Taejun Sun, beide Ensemblemitglieder des Saarländischen Staatstheaters. Durch das abwechslungsreiche Programm führte der SR-Moderator Roland Kunz. Oberbürgermeister Michael Forster würdigte das Orchester in seiner Ansprache als festen Anker im kulturellen Leben der Stadt, der seit sechs Jahrzehnten weit über die regionalen Grenzen hinaus als musikalischer Botschafter wirkt. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft, darunter die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger als Schirmherrin des Abends, wohnten dem musikalischen Großereignis bei. Das sorgsam kuratierte Programm schlug einen weiten Bogen von der Oper über die Operette bis hin zur weltbekannten Filmmusik und dem Musical und beinhaltete einige musikalische Höhepunkte. Bereits der fulminante Auftakt mit Gioachino Rossinis Ouvertüre zu "Der Barbier von Sevilla" sowie Rossinis "La Danza" sorgte für anhaltenden Schwung. Im weiteren Verlauf des Abends prägten große Opernmomente das Geschehen, darunter Giuseppe Verdis "La Traviata – Sempre libera", Jacques Offenbachs Cancon aus "Orpheus in der Unterwelt" und die Arie der Olympia aus "Hoffmanns Erzählungen "sowie Georges Bizets Carmen – "Danse Bohème". Einen besonderen Kontrapunkt setzten stimmungsvolle Gesangs- und Orchesterwerke wie Agustin Laras "Granada "und Franz Lehárs Operettenmelodie "Das Land des Lächelns – Dein ist mein ganzes Herz". Der zweite Konzertteil widmete sich cineastischen Meisterwerken und dem Broadway: Mit Ennio Morricones epochemachenden Kompositionen wie "The Good, the Bad and the Ugly" (Main Theme und Ecstasy of Gold), Nino Rotas "The Godfather – Parla più piano" sowie Morricones "The Mission – Nella Fantasia" und "Once upon a time in America – E più ti penso "entfaltete sich echtes Kinofeeling unter dem Sternenhimmel. Abgerundet wurde das Programm durch Klassiker wie Irving Berlins "There’s no business like showbusiness", Victor Herberts "The Enchantress – I want to be a primadonna" sowie Leonard Bernsteins gefeierte Melodien aus "West Side Story (Maria und Tonight)". Trotz der festlichen Stimmung sorgte eine Kontroverse um das traditionelle Abschlussfeuerwerk im Vorfeld und Nachgang der Veranstaltung für politische Diskussionen. Angesichts der anhaltenden sommerlichen Trockenheit und akuter Waldbrandgefahr in der Region hatte der Stadtverband einer Homburger Partei in einer Protestnote scharfe Kritik an der Durchführung geübt und eine Absage des traditionellen Abschlussfeuerwerks gefordert. Unter Hinweis auf jüngste Flächenbrände im saarländischen Umland wurde argumentiert, dass auf zusätzliche Brand- und Feinstaubquellen in dieser Extremsituation hätte verzichtet werden müssen. Die zuständigen Stellen hielten jedoch an den Planungen fest, sodass das Feuerwerk am späten Abend dennoch planmäßig gezündet wurde. Ungeachtet der politischen Debatte klang der Abend mit lang anhaltendem Applaus und begeisterten Standing Ovations des Publikums aus.

Die gelungene Verbindung aus hochkarätiger Orchesterkunst, prominenten Gesangssolisten und spätsommerlicher Freiluftatmosphäre bestätigte einmal mehr den herausragenden Stellenwert des Homburger Klassik-Open-Air im saarländischen Kulturkalender. Text: Chris Ehrlich



Bilder: Chris Ehrlich
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