1. Lange Nacht der Demokratie in HomburgBegegnungen, Haltung und über vier Stunden Programm am historischen Marktplatz Homburg11.10.2026Das Homburger Bündnis für Demokratie und Vielfalt – eine vor rund zwei Jahren ins Leben gerufene Initiative aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen sowie Parteien – hatte gemeinsam mit zahlreichen regionalen Akteuren ein vielfältiges Programm auf dem Historischen Marktplatz und im Bistro 1680 auf die Beine gestellt. Die offizielle Eröffnung des Abends übernahm Landrat Frank John in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Siebenpfeiffer-Stiftung. Oberbürgermeister Michael Forster stand zwar ebenfalls auf dem Programmplan, war jedoch an diesem Abend in Kirrberg gebunden, um dort neue Feuerwehrfahrzeuge in Dienst zu nehmen. Laut einer Pressemitteilung der Stadt Homburg fungierte zudem Staatssekretär David Lindemann, Chef der saarländischen Staatskanzlei, als Schirmherr der Veranstaltung. Auch ihn konnte unser Reporter an diesem Abend jedoch nicht sichten. Im Gespräch mit Jakob und Anton, zwei jungen Männern aus dem Helferteam des Bündnisses, kam außerdem zur Sprache, dass sich die Christlich Demokratische Union komplett aus der Ausrichtung der Veranstaltung herausgehalten habe. Im Anschluss an die einführenden Worte des Landrates stellten Steven Kölsch und Suginthan Markandu das "Bündnis für Demokratie und Vielfalt Homburg" den versammelten Marktplatzgästen näher vor. Neben Vertretern der Kommunalpolitik und der regionalen Verwaltung prägten vor allem zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen, Jugend- und Bildungsinitiativen das Bild auf dem Marktplatz. Zu den anwesenden Institutionen gehörten unter anderem der BUND, die IG Metall, der Rotary Club Homburg, Saarkult, das Frauenbüro Homburg sowie die Landeszentrale für politische Bildung. Auch der Saarpfalz-Kreis war durch Dr. Violetta Frys, die Leiterin der Stabsstelle Europa und Europabeauftragte des Kreises, vertreten. Die Katholische Studierende Jugend (KSJ) beteiligte sich mit einem Mitmachangebot für Kinder, während das Adolph-Bender-Zentrum eine vorbereitete Wanderausstellung zum Thema Rassismus und historische Erinnerungskultur präsentierte. Ergänzt wurde das Informationsangebot im Bistro 1680 durch verschiedene Stände sowie Kunstbeiträge von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Johanneum. Ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit des Bündnisses liegt auf der pflegenden Erinnerungsarbeit im öffentlichen Raum. So engagieren sich die Mitglieder regelmäßig bei der Verlegung und Pflege von Stolpersteinen in Homburg, um das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Alltagsbewusstsein präsent zu halten. Neben der geschichtlichen Aufarbeitung bildete jedoch der offene Dialog den Kern des Veranstaltungskonzepts. Frei von formellen Vorgaben bot der Raum Gelegenheit zum ungezwungenen Austausch über grundlegende Werte wie Freiheit, Toleranz, Pressefreiheit und zivilgesellschaftliches Engagement. Auf der Freiluftbühne wurde den Besucherinnen und Besuchern über den gesamten Abend hinweg ein abwechslungsreiches Kultur- und Vortragsprogramm geboten. Musikalisch gestalteten unter anderem die Trommelgruppe um Nicole Schweitzer sowie das Schulorchester und der Chor des Johanneums den feierlichen Rahmen, etwa mit Interpretationen von bekannten Stücken wie "Mad World" (bekannt aus dem Film Donnie Darko) oder "Wind of Change" von den Scorpions. Weiterhin bereicherten Gastmusiker wie der saarländische Liedermacher und Chansonnier Sigi Becker, die Singer-Songwriter-Gruppe "JA.Klar", der Bürgerchor des Staatstheaters Saarbrücken und der bündniseigene Chor das kulturelle Angebot. Beim Poetry Slam sorgten Luca Eisenbarth und Fynn Hänichen mit ihren Wortbeiträgen für eindringliche Momentaufnahmen, in denen die persönliche Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Spaltung, Intoleranz und der eigenen Haltung im Freundeskreis thematisiert wurde. Ergänzt wurde das Abendspektrum durch Fachbeiträge aus Wissenschaft und Gesellschaft. So referierte Prof. Dr. Dr. Stephanie Tritt, Ärztliche Direktorin des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS), über die essenzielle Rolle der Wissenschaftsfreiheit für Forschung und Medizin sowie über die im Alltag gelebte Vielfalt von Beschäftigten aus über 70 Nationen am Homburger Klinikum. Die erste Homburger Lange Nacht der Demokratie klang gegen 22:00 Uhr friedlich aus. Sie verstand sich als nachhaltige Einladung an die Bürgerinnen und Bürger, das demokratische Miteinander im Alltag nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen, sondern es im stetigen Dialog aktiv mitzugestalten. Wir dürfen auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr gespannt sein. Text: Chris Ehrlich Bilder: Chris Ehrlichzur Übersicht Sie möchten eine Werbeanzeige schalten?Rufen Sie uns gerne unter +49 (0) 68 41 / 61 40 5 an oder nutzen Sie unser Kontaktformular.BagatelleDie Homburger StadtzeitungSeit Oktober 2019 bieten wir Ihnen auch an, die Bagatelle online zu lesen. Klicken Sie einfach auf den unten stehenden Link, um dann kostenfrei die Bagatelle als PDF lesen zu können. Um künftig noch schneller und aktueller zu sein, werden wir auch online für Sie noch präsenter sein. Viel Spaß wünscht Ihnen das Team der Homburger Stadtzeitung! Online-Ausgabe
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